Interviews

Interviewer

Emmi Kammann

Nora Jesch

Arbeitet bei der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Teilprojekt "Smart Fahren"

Womit beschäftigen Sie sich gerade?
Ich arbeite in einem Projekt, das heißt "künstliche Intelligenz als Enabler der Mobilität von morgen". Da geht es im ganz Großen um das autonome Fahren. Da sind auch viele Themen, die Schüler interessant finden, zum Beispiel autonome Schulbusse, welche Schüler näher von zu Hause ohne umsteigen zur Schule bringen könnten. Allgemein würden mehr Daten und automatisierte Verrechnung mit Informationen die Infrastruktur verbessern.
Hätten Sie Ideen, wie man die Buslinien verbessern könnte, da manche Busse überfüllt und manche fast leer sind?
Die Stadtwerke optimieren gerne die Buslinien, weil sie ja von Schokotickets ein stetiges Einkommen haben. Die würden natürlich gerne genau dort die Linien haben, wo auch die Kunden sind. Darum geht es auch bei uns im Projekt: Wie kriegt man diese Information? Eine Möglichkeit ist das WLAN im Bus. So kriegt man Daten, wie viele von wo bis wo fahren. Das Problem dabei ist das Umsteigen, denn man weiß ja nicht, warum jemand umsteigt und ob eine andere Linie nicht besser gewesen wäre. Wenn man jetzt Buslinien für Schüler optimieren will, wäre es interessant zu wissen, wo kommen die denn überhaupt her. Aber diese Daten haben die Stadtwerke nicht und da muss man vorsichtig sein, wie viel Information man preisgeben darf.
Wo denken Sie liegen die Probleme, die nachhaltige Mobilität, vor allem auf Schulwegen, verhindern?
Es ist zum Teil ein Problem der Entfernung und vielleicht auch ein bisschen die Angst der Eltern und die Bequemlichkeit der Kinder. Also eher weiche Faktoren.
Gibt es Ideen, wie nachhaltige Mobilität gefördert werden kann?
Sichere Fahrradwege sind ein ganz wichtiges Thema. Die Nordbahntrasse ist ein wunderbarer Weg zur Schule, aber wenn man von einem Hang zum anderen muss, ist es häufig schwieriger, sichere Fahrradwege oder breite Fußwege zu finden. Ich selber musste nie umsteigen auf dem Weg zur Schule, aber für junge Schüler ist das sicher eine Herausforderung, mit dem Umsteigen.
Vielen Dank, dass Sie an dem Interview teilgenommen haben. Ihre Antworten waren sehr hilfreich und habun uns weitergebracht. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Interviewer

Emmi Kammann und Viola Frellöhr

Nicole Schaller-Picard

Biologielehrerin am Carl-Fuhlrott Gymnasium

Wie kommen Sie jeden Tag zur Schule und wieso genau auf diese Weise?
Mit dem Fahrrad, da es wichtig ist, möglichst wenig CO₂ auszustoßen und als Vorbild zu dienen. Das Fahrrad sollte nicht negativ gesehen werden.
Denken Sie unsere Schule benötigt mehr Fahrradständer?
Es liegt bereits ein Antrag bei der Stadt vor. Wichtig dabei ist, dass man auf Alternativen zugreift, damit die Felgen nicht verbiegen und der Rahmen mit angeschlossen werden kann, um Sicherheit gewährleisten zu können. Auch Überdachungen wären eine gute Möglichkeit.
Gibt es auf dem Schulweg gefährliche Stellen, die Ihnen aufgefallen sind?
Bei der Müllverbrennungsanlage rasen die Müllautos, was besonders für jüngere Schülerinnen und Schüler gefährlich sein kann. Es sollte bereits 50 bis 100 Meter vorher ein Schritttempo gelten. Da sowieso auf dem Gelände der Müllverbrennungsanlage das Schritttempo gilt, würde es kaum Umstände verursachen. Außerdem gibt es teilweise Fahrradwege, wo Auto- und LKW-Fahrer unvorsichtig sind. Auch der Jung-Stilling-Weg sollte überarbeitet werden. Man müsste schauen, ob ein breiter Fahrradstreifen verkehrsmäßig möglich wäre. Zudem sollte es uns eigentlich Wert sein, Todesfälle zu reduzieren, indem Geschwindigkeitsbegrenzungen, wie beispielsweise das Tempolimit von 30 km/h etabliert werden.
Haben Sie sonst noch Verbesserungsvorschläge an Schülerinnen und Schüler?
Man sollte vermehrt darauf achten, dass Schülerinnen und Schüler nicht einzeln von den Eltern zur Schule gebracht werden. Car-Sharing oder generell Fahrgemeinschaften sind eine gute Alternative.
Haben Sie Ideen, wie man Schülerinnen und Schüler motivieren kann, nachhaltige Mobilität zu nutzen?
Freundesgruppen könnten Fahrgemeinschaften bilden, um zu sehen, dass Fahrradfahren auch Spaß machen kann.
Vielen Dank, dass Sie sich für uns Zeit genommen und unser Projekt unterstützt haben.